Landwirte diskutierten in Hemsloh mit Vertretern aus der niedersächsischen Landespolitik
Hemsloh. Zu einem Besuch weilten jetzt der Landtagsvizepräsident des Niedersächsischen Landtages, Hans-Werner Schwarz (FDP) und der agrarpolitische Sprecher im Landtag, Jan-Christoph Oetjen (FDP) auf dem Hof der Familie Leopold in Hemsloh. Eingeladen hatte der Hofbesitzer, der zu dieser Infoveranstaltung weitere Berufskollegen und die beiden Vorsitzenden des FDP-Ortsverbandes Wagenfeld-Rehden, Michaela Ketzscher und Hans-Walter Scheland begrüßen konnte.
Lars Leopold ging nach seinem Willkommensgruß gleich auf die Probleme vieler Landwirte ein. Dabei war das zentrale Thema „Biogasanlagen und die Zupachtung der Flächen”. Er stellte heraus, dass für viele seiner Berufskollegen ein Fortbestand der Betriebe kaum noch möglich sei. E seien kaum noch Betriebsentwicklungen möglich. Die Verpächter stellten mittlerweile kaum noch Flächen zu Verfügung, und wenn, dann nur zu überhöhten Pachtpreisen. Man könne kaum noch Betriebe aufstocken, unterstrich Leopold. Dabei prangerte er an, dass die Biogasbetriebe mit hohem Steueraufwand subventioniert würden.
Jan-Christof Oetjen und Hans-Werner Schwarz vertraten in ihren Statements unisono die Auffassung, dass die klassische Landwirtschaft in der Bundesregierung kaum noch eine Lobby habe. Man müsse an der Stelle unbedingt deutlich machen, dass man Bedingungen schaffen müsse, damit auch die Landwirte weiterhin wirtschaften könnten. Dabei machte Jan-Christoph Otjen auch deutlich, dass er dafür stehe, dass die Landwirtschaft generell Lebensmittel produzieren solle. Dazu brauche es einen fairen Preisausgleich und keine Übervorteilung einzelner Betriebszweige. Weiter unterstrich er, dass er dafür sei, dass man sich bei den Förderungen genau wie der Solarförderung verhalten solle und die Biogasanlagen bei den Subventionen herunterstufen müsse. Gleichzeitig unterstrich der agrarpolitische Sprecher, dass er nicht grundsätzlich gegen die Schaffung von Bio-Energie sei. Doch man dürfe auf keinen Fall aus den Augen verlieren, dass man auch mehr Geld in die „normale” Landwirtschaft bekommen müsse. Dies sei gleichzeitig eine Förderung in den ländlichen Raum, eine Verbesserung der Infrastruktur in diesen Gebieten. Dabei forderte Oetjen, dass die Gemeinde- und Stadtverwaltungen genau überprüfen sollten, ob man nicht besser vorhandene Baulücken schließen solle, um nicht noch mehr Freiflächen zu bebauen.
In der lebhaften Diskussion der Landwirte mit den beiden Politikern wurde dann auch deutlich, dass die Wettbewerbsbedingungen in der Landwirtschaft in Schieflage geraten seien. Die hohen Pachtpreise müssten dringend gesenkt werden. Dabei wurde aber auch immer wieder unterstrichen, dass man nicht generell gegen regenerative Energien sei, doch Subventionen wurden abgelehnt.
Abschließend fasste Hans-Werner Schwarz den „Auftrag an die Politik” zusammen und versprach den anwesenden Landwirten, sich schon in den nächsten Sitzungen der FDP-Landtagsfraktion mit den dringenden Problemen in der Landwirtschaft zu befassen, damit es auch hier weiterhin eine freie Marktwirtschaft zum Wohle aller Landwirte geben könne.